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1. Test: Trekking-Ausrüstung – Probeexpedition im Garten

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Worauf ich mich jetzt schon sehr freue (und auch ein wenig grusel) ist das Wandern durch Patagonien. Mit dem Troll, so habe ich mein Expeditionsmobil getauft, richtig weit Off-Road ins nichts und wenn es damit dann nicht weiter geht, zu Fuß ins Garnichts! Orte die so weit wie möglich abseits der Zivilisation sind. Ich definiere diese Entfernung zur Zivilisation, als die Zeit die mindestens notwendig ist, wenn man den Entschluss gefasst hat doch nach Hause zu wollen, auch tatsächlich dorthin zurückzugelangen. Hier beneide ich sehr die alten Forscher und Entdecker, die an Orte reisen konnten, die Jahre entfernt von ihrer Heimat waren. Da kann man nichts machen, der Planet ist leider geschrumpft. Interessante Routen, von denen ich gerne ein paar selber erleben möchte, gibt es mehr als zuhauf. Ein paar sehr schöne sind in Ralf Gantzhorn’s Patagonien Trekking Guide aufgeführt: [Buchempfehlung: Patagonien Trekking Guide, Ralf Gantzhorn, ISBN 3765440337] Da ich nicht vollständig lernresistent bin, habe ich mittlerweile folgendes gelernt:
  • Auch eine reduzierte Kameraausrüstung mit knapp vier Kilo, sind immer noch etwa 3,5 Kilo zuviel! Daher nehme ich dann zwangsläufig eine ganz kleine Kamera mit. Ich habe mich hier für eine Nikon Coolpix 6000 entschieden, weil: RAW Format, optischer Bildstabilisator und endlich eine eingebaute Geo-Tagging-Einheit.
  • Ich will nicht frieren! Wenn ich schon entlang dem Rand der Erdscheibe wandere, möchte ich doch wenigstens bei angenehmen Temperaturen schlafen. Hier habe ich mich für die Kombination: Hilleberg Akto, Downmat 7DLX und ein Yeti Energizer 900 entschieden.
  • Ich esse eigentlich sehr gerne. Hierzu soll ein benzinbetriebener Primus Omni Fuel und Trekking-Futer herhalten.
  • Der letzte und wichtigste Punkt: Ich möchte nicht nochmal fast verdursten. Ein Katadyn Pocket Filter soll hier helfen.
Gestern war es kalt (nachts -5 Grad Celsius) und klar und damit hatte ich ideale Bedingungen für ein Test des Equipments im Garten. Testergebnis Zelt Das Hilleberg Akto Zelt habe ich wegen des extrem leichten Gewichtes (1,5kg), der vermuteten einfachen Aufstellbarkeit und des für ein Ein-Man-Zelt großen Platzangebots. Es ist tatsächlich aus Elfenseide hergestellt, die nichts wiegt. Eine sehr durchdachte Architektur ermöglicht den schnellen Aufbau mit einem Gestänge und vier Heringen. Es ist von der Größe akzeptabel, d.h. ich als 172er kann in der Mitte sitzen und mein Rucksack und Gepäck ohne Mühe im Zelt unterbringen. Ich finde es auch Klasse, dass man aufgrund der Architektur nicht an den Enden mit dem Kopf anstößt. Einziges Manko, wenngleich Gestern ein extrem fieser Testtag dazu war: Kondensation! Dadurch, dass es keinen Kamin gibt, kondensiert die feuchte Warme Luft an der Decke. Innenzelt feucht, Außenzelt ist mit einer feinen Eiskruste überzogen. Da das Zelt aber eben wirklich aus Elfenseide :-) gefertigt ist, ist es auch sehr schnell wieder trocken. Ich möchte mir beim besten Willen nicht vorstellen in einem kleineren Zelt zu übernachten und freue mich auf den ersten Einsatz am Rand der Erdscheibe. Testergebnis Isomatte Hier bin ich extrem empfindlich. Aber wer sagt, dass man deswegen nicht auf schroffen Gestein übernachten kann? Wir haben den Faustkeil erfunden und waren sogar auf dem Mond. Deswegen habe ich eine Exped DownMat 7 DLX gewählt. Das Aufpumpen mit dem Aufbewahrungssack geht problemlos und dann steht die Matte. Mein Testszenario sah vor, diese genau über dem Kopfsteinplasterpfad durch meinen Garten zu legen, um die Isolation gegenüber tiefgekühlten Steinen zu testen. Test bravourös bestanden! Ich habe mich genauso gefühlt wie auf meiner Latexmatraze. Testergebnis Schlafsack Es ist ein Yeti Energizer 900 und er wird mich definitiv vor einem Wiederkehren der traumatischen Tiefsttemperaturerlebnissen im Fish River Canyon in Namibia bewahren. Testbedingungen: Draußen -5 Grad, Boden durch Isomatte isoliert, kein Wind. Ich habe ein T-Shirt und Boxershorts getragen und ein Spalt bis zum Mitteltorso offen gehalten und mich sehr wohl gefühlt. Die Yeti Textil-Ingenieure haben es definitiv geschafft mit dem High-End-Daunen ihrer Weltraumgänse ein ausgezeichnetes Produkt zu bauen! Testergebnis Ernährung Das war der denkwürdigste Teil. Kontextgerecht habe ich mich natürlich auch mit Trekking-Food ernährt. Dabei wollte ich die Genießbarkeit von Chili-Con-Carne (von Globetrotter) testen und wie das anbraten von Lammmedallions funktioniert. Mit dem Wasserfilter habe ich Wasser aus dem verdreckten Vogelbad entnommen und mit dem Benzinkocher habe ich etwa 75ml Benzin dafür aufgebraucht 400ml Wasser zum Kochen zu bringen (ohne Deckel bei -2 Grad) und die Medaillons ordentlich anzubraten und in der Ziehen-lassen-Phase auch warm zu halten. Von der Energie-/Gewichtseffizienz bin ich damit mehr als zufrieden (genau deswegen wollte ich ja ein Benzinkocher). Der Fraß hingegen war einfach furchtbar! Ich hatte zuvor schon mal das Pulver-Trekking-Chili-Huhn von Globetrotter probiert und es hatte nur nach gelbem Holz geschmeckt. Ich dachte, es könnte am Gericht liegen. Chili-Con-Carne schmeckt analog dazu nach braunem Holz. Es ist schlicht ungenießbar. Also werde ich mir ein paar trekking-fähige Gerichte einfallen lassen... Am Ende ist schon befremdlich morgens im eigenen Garten aufzustehen und durch die Hintertür ins eigene Haus zu gehen. Es ist einfach diametral anders als das Aufstehen in Patagonien, wo es eben kein Star Gate zurück in die Komfortzone gibt, aber genau dahin will ich ja. Wie auch immer, die Ausrüstung funktioniert!!! ...zumindest im Test!

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